Donnerstag, 27. August 2026

 

PRESSEMITTEILUNG

Kaufbeuren, 26.08.2026 – Schildbürgerstreich statt Haushaltskonsolidierung: Kritik an teurem Kneippbecken auf wertvollem Innenstadtareal

Trotz einer massiven Haushaltskrise verplanen Oberbürgermeister und Stadtratsmehrheit wertvolle innerstädtische Grundstücke und blockieren sie mit unrentablen Nutzungen. Vor dieser unverantwortlichen Politik, die Kaufbeuren weiter in die Handlungsunfähigkeit treiben wird, warnt das Bündnis Zukunft Kaufbeuren (BZKf) anlässlich der jüngsten Eröffnung eines neuen Kneippbeckens auf dem Areal des vor wenigen Jahren abgerissenen Gebäudes „Altes Bad“, das sich im Eigentum der Stadt befand.

Um die Finanznot Kaufbeurens zu überwinden und dringend benötigte Investitionen, wie den Bau der Wertachbrücke in der Neugablonzer Straße stemmen zu können, müsste der Stadtrat aktuell auch städtische Grundstücke gewinnbringend für Wohnen und Gewerbe aktivieren. Das zusammenhängende Areal des ehemaligen Eisstadions und der an den Berliner Platz und die Johannes-Haag-Straße angrenzenden städtischen Grundstücke mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern hätte sich ideal für ein hochwertiges Wohnbauprojekt in unmittelbarer Altstadtnähe geeignet.

„Die Stadt hätte ihre Grundstücke in dieser Bestlage gewinnbringend an einen Wohnbauinvestor verkaufen können“, kritisiert Stadtrat Dr. Thomas Jahn, Vorsitzender des Bündnis Zukunft Kaufbeuren. „Ein solcher Verkauf war vor 10 Jahren auch Bestandteil des Finanzierungskonzepts für den damaligen Bau des neuen Eisstadions und damit auch ein wichtiger Beitrag zum Ausgleich des aktuell jährlichen Defizits von rund 1,8 Millionen Euro für den Betrieb des Eisstadions.“

Die nun stattdessen dort aufgestellten Spielgeräte und ein Kneipp-Becken könnten anderenorts viel besser und günstiger realisiert werden. Wertvolle und knappe innerstädtische Grundstücksflächen werden so nutzlos verschwendet.

„Es ist unverständlich, dass in einer Haushaltsnotlage, in der jeder Euro zweimal umgedreht werden muss, wertvollste innerstädtische Grundstücke nicht für den Wohnungsbau genutzt werden“, so Jahn weiter. „Ein Kneippbecken hätte auch an vielen anderen Stellen im Jordanpark und seiner Umgebung sehr viel günstiger und besser realisiert werden können.“

Ein Armutszeugnis ist auch, dass die von dem CSU-Abgeordneten Peter Wachler „beschaffte“ Finanzierung über Haushaltsreserven des Freistaats Bayern als großer Wurf gefeiert wird. Das letzte, was das wirtschaftsschwache Kaufbeuren gebraucht hat, ist ein falsch geplantes, sündhaft teures Kneippbecken für 230.000 Euro, das auch wegen der an dieser Stelle fehlenden Wasserqualität schon vielfach in der Öffentlichkeit kritisiert wird.

Wachler und der Stadtführung geht es offenbar nur darum, medienwirksame Showeffekte zu erzielen. Nachhaltige Projekte für die Stadt können sie bislang nicht vorweisen.

„Kaufbeuren braucht keine teuren Schildbürgerstreiche, sondern eine Rückkehr zu solider Finanzpolitik und zu einer vernünftigen Stadtplanung,“ so Jahn abschließend.