Freitag, 26. November 2010

Pressekampagne der AZ-Redaktion gegen meine Person – Gegendarstellung

Die Lokalredaktion der Allgäuer Zeitung beschränkt sich neuerdings nicht mehr nur auf die Berichterstattung, sondern betreibt - zurückhaltend ausgedrückt - politische Willensbildung. Leider stoßen meine Ansichten in der Reaktion dieser Zeitung auf geschlossene Ablehnung, weshalb nun seit einiger Zeit eine Kampagne gegen meine Person geführt wird, gegen die ich mich nun wie folgt zur Wehr setzen möchte:


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit über 15 Jahren stelle ich einen Großteil meiner Freizeit ehrenamtlich und unentgeltlich einer beachtlichen Anzahl von Vereinen und meiner Partei zur Verfügung. Seit über acht Jahren leiste ich meinen Beitrag als Stadtrat der Stadt Kaufbeuren, der von zahllosen Bürgern dieser Stadt überaus geschätzt wird, wie das Ergebnis meiner Wiederwahl 2008 beweist. Ich habe in dieser langen Zeit noch nie erlebt, dass ein Presseorgan, dass in Kaufbeuren und im Allgäu eine Monopolstellung innehat, eine Pressekampagne gegen eine ehrenamtlich tätige Person inszeniert und dabei ohne ersichtlichen Grund einen direkten Bezug zwischen politischen Äußerungen und beruflicher Stellung herstellt. Offenbar geht es Ihnen darum, mich in meiner beruflichen Existenz zu treffen. Ich möchte Sie daher ersuchen, wenigstens so fair zu sein und meine persönliche Stellungnahme zum Kommentar von Herrn Bär vom 25.11.2010, gerne auch in Form eines Leserbriefs, ungekürzt wiederzugeben:

Die Darstellung im Bericht und im Kommentar von Herrn Bär vom 25.11.2010 ist in mehreren Punkten falsch: Herr Bär erweckt den Eindruck, als hätte ich mich in der Stadtratssitzung vom 23.11.2010 generell zum Thema „Klimawandel“ geäußert. Richtig ist jedoch, dass ich den Rednern der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen entgegengehalten habe, dass wir von Kaufbeuren aus, nichts zur Rettung des Weltklimas beitragen können, weil Kaufbeuren mit rund 40.000 Einwohnern angesichts einer Weltbevölkerung von etwa 6,9 Milliarden Menschen nicht ins Gewicht fällt. Als die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen darauf verwies, dass ohne die Verabschiedung eines „Klimaschutzkonzepts“ für die Stadt Kaufbeuren auch das "Familienziel Kaufbeuren" gefährdet sei, habe ich, ebenso wie andere Kollegen meiner Fraktion mein Unverständnis wegen dieses Zusammenhangs geäußert und darauf hingewiesen, dass wir schon allein mangels entsprechender Industrien mit CO-2-relevanten Emissionen in Kaufbeuren keinen Klimawandel verursachen. Wörtlich fügte ich hinzu: „Wir sind hier weder im Ruhrgebiet noch in Bitterfeld zur Zeit der ehemaligen DDR“. Herr Bär wirft mir ferner Zwischenrufe vor, lässt jedoch unerwähnt, dass meine eigene Wortmeldung auch durch Zwischenrufe aus den Fraktionen der SPD- und von Bündnis 90/Die Grünen gestört wurde und dass in dieser emotional geführten Debatte auch andere Kollegen mit Zwischenrufen geantwortet haben. Herr Bär behauptet ferner, mir sei ein Ordnungsruf erteilt worden: Auch diese Behauptung ist falsch, zumal die Geschäftsordnung des Stadtrates gemäß § 35 Abs. 1, Satz 2 Zwischenrufe ausdrücklich erlaubt. Schließlich behauptet Herr Bär in seinem Kommentar, ich hätte den Bayerischen Rundfunk mit dem Neuen Deutschland oder ähnlichen Publikationen verglichen. Auch diese Behauptung ist falsch. Meine Kritik an den Methoden einer BR-Sendung „Südwild“ vom September 2010 wurde von maßgeblichen Mitgliedern des Rundfunksrats, wie dem Bayerischen Innenminister und dem Chef der Bayerischen Staatskanzlei in persönlichen Schreiben im übrigen ausdrücklich geteilt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Jahn